Bourtange

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Eine voll ausgebaute Festung: Bourtange

Von Diele fährt man über Rhede nach Neurhede. Das weite Bourtanger Moor, das nur an zwei Stellen ein Durchkommen zuließ, erstreckt sich von Wymeer im Norden bis auf die Linie Meppen-Coevorden im Süden, von der hohen Esch  an der Ems bis weit in das Groninger Land.  Bei Neurhede finden wir in Richtung Wedde einen Geestrücken, auch „tunge“ oder „tange“ genannt, der teilweise nicht einmal 5 m breit ist. An der schmalsten Stelle sollte 1580 eine Befestigung gebaut werden. Es entstand ein Blockhaus, nicht mehr. Erst 1593 begann Graf Wilhelm von Nassau mit dem Ausbau und der Verstärkung der Anlage, die im September desselben Jahres ihre Bewährungsprobe bestand. Der Spanier Franzesko Verdugo griff von Westen mit 5 000 Man Fußvolk und 1400 Reitern an. Dank des Moores an beiden Seiten widerstand die Besatzung. Die Spanier zogen ab und verließen ein Jahr später das gesamte Groningerland.

Als die Niederländer begannen, das Moor zu kultivieren, geriet die Festung Bourtange in Gefahr. Es wurden Deiche und Siele gebaut, um im Kriegsfall das Land ringsum überfluten zu können.  Im 17. Jahrhundert war es der kriegslüsterne Fürstbischof Bernhard von Galen aus Münster, der an der Festung Bourtange scheiterte. Und noch einmal sah man Gefahr,  nämlich als Ostfriesland zu Preußen kam und man in Holland befürchtete, der „Alte Fritz“ würde auch die Generalstaaten  überrumpeln.  Nach der Franzosenzeit verfiel die Schanze. Die Erde der Wälle wurde in die Grachten geschüttet, es entstand ein friedliches holländisches Dorf. Nach dem letzten Krieg ließen die Bewohner den Film zurückspulen – sie hoben die Gräben wieder aus und bauten damit Festungswälle. Wer heute in das Dorf will , muss wie vor 300 oder 400 Jahren  Holz- und Ziehbrücken passieren und gelangt auf dem Dorfplatz  mit den 300 Jahre alten Linden in die rekonstruierte Festung.

Vom Dorfplatz  aus führen zehn Gassen zu den Festungswällen. Es gibt viele Kanonen und anderes „Oorlogstuig“ zu sehen, z.T. im Museum, z.T. im freien Gelände.  Viele alte Gebäude wurden renoviert oder neu aufgebaut, so die Garnisonskirche, der Torfschuppen, das Munitionshaus, die Baracken  (Mannschaftsunterkünfte), die Synagoge, die Ständermühle, die Schmiede, die Offiziershäuser und so vieles mehr.  Nur wenige Menschen leben innerhalb der Festung, die anderen Bourtanger wohnen außerhalb.

Auf solchen Tafeln wurde ein Stück Geschichte festgehalten.

Das ganze Dorf mit den einzelnen Häusern, Stuben und der Kirche ist ein Freilichtmuseum

Auf dem Dorfplatz finden Vorführungen statt .....

... und an den Wällen donnern die Kanonen

Viele Kanonen und anderes Oorlogstuig ist an den Wällen und im Gelände zu finden

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